Zusammenfassung:
Insgesamt haben 55.6% aller Jugendlichen, die das Jugendprojekt LIFT an ihren Standorten vollständig durchlaufen und 2018 die Schule abgeschlossen haben sowie von denen die Anschlusslösung bekannt ist, eine Lehrstelle gefunden. Dieser Wert liegt 3.2% niedriger als 2017. Rund 70% der gefundenen Lehrstellen sind auf Niveau EFZ. Die gefundenen Lehrstellen verteilen sich auf nahezu alle Berufsfelder. Eine gewisse Häufung findet sich für die Berufsfelder “Gebäudetechnik”, “Bau” und “Gesundheit” mit einem Anteil von jeweils knapp über 10% und für das Berufsfeld “Verkauf” mit knapp über 15% aller Lehrverträge. Auf den Verkauf entfallen sogar nahezu 30% aller EBA-Lehrverträge. Schulische Brückenangebote werden von rund jedem fünften und betriebliche Brückenangebote von rund jedem 24. Jugendlichen in Angriff genommen, rund jeder 26. macht ein Praktikum und rund jeder 8. hat eine sonstige Lösung (wie z.B. Auslandsaufenthalt). Rund jeder 17. hat noch keine Anschlusslösung gefunden.
Die Projektziele aus den kantonalen Leistungsvereinbarungen mit einer 50-60% Quote der Anschlusslösung EFZ/EBA-Lehrstelle werden über alle LIFT-Standorte hinweg erreicht (mit der Einschränkung, dass nur über diejenigen LIFT-Jugendlichen, die LIFT auch abgeschlossen haben, zuverlässige Aussagen getroffen werden können).
Die diesjährige Abbruchquote liegt bei 16.3% und damit um 10.0% niedriger als 2017.
Wichtig für die Einschätzung der Wertigkeit der Ergebnisse ist der Vergleich der Anschlusslösungen der LIFT-Jugendlichen mit Jugendlichen ohne Förderung von LIFT. Da experimentelle Designs nicht durchführbar waren, erlangt der Datenvergleich auf Basis von kantonalen Statistiken besondere Bedeutung. Dort mit LIFT möglichst vergleichbare Gruppen zu finden, ist aufgrund von unterschiedlichen Erhebungsmethoden und ‑zeitpunkten sowie uneinheitlichen Anschlusslösungsdefinitionen zwar kein einfaches Unterfangen. Und auch bei nominell vergleichbaren Gruppen unterliegt die Vergleichbarkeit einer Einschränkung, die in der Rekrutierungspraxis von LIFT liegt: Da in LIFT im Regelfall aus den schwächsten Schülerinnen- und Schülergruppen (Kleinklassen, wo vorhanden Sekundar C, sonst Sekundar B etc.) nochmals eine Auswahl am unteren Rand des Leistungsspektrums erfolgt (mit Ausnahme von therapeutisch oder juristisch auffälligen Jugendlichen), dürften die kantonalen Vergleichsstatistiken selbst bei bester Gruppenauswahl leicht leistungsstärkere Gruppen im Vergleich zu LIFT ausweisen. Somit wäre schon von einem zumindest kleinen Erfolg von LIFT auszugehen, wenn die LIFT-Jugendlichen nicht schlechter abschneiden als die Jugendlichen aus den entsprechenden kantonalen Vergleichsgruppen. Auch muss möglicherweise eine kleine Verzerrung dadurch in Kauf genommen werden, dass nur LIFT-Jugendliche berücksichtigt werden, die LIFT auch abgeschlossen haben. Dennoch gibt ein Vergleich unter diesen Bedingungen wertvolle Wirkungshinweise. Die Ergebnisse sind dieses Jahr nicht ganz einfach zu interpretieren. LIFT-Jugendliche im Kanton Bern weisen zum definierten Erhebungszeitraum eine um 15% niedrigere Quote gefundener Lehrstellen auf als vergleichbare Jugendliche ohne LIFT-Förderung. Allerdings ist die Quote der noch nach einer Lehrstelle suchenden LIFT-Jugendlichen sehr hoch. Berücksichtigt man die Ergebnisse dieser Suche, die allerdings erst nach dem definierten Erhebungszeitraum liegen, ergibt sich eine vergleichbare Quote gefundener Lehrstellen. Im Kanton Zürich schneiden hingegen LIFT-Jugendliche 10% besser ab als Jugendliche ohne LIFT-Förderung.
Insgesamt kann von einer positiven Wirkung des Jugendprojektes LIFT ausgegangen werden. Dies gilt allerdings nicht für alle Standorte in gleicher Weise.